Eingebaute Qualität: Wie ISO und andere Zertifizierungen eine erstklassige Übersetzung sicherstellen

Von Jeremy Coombs

W. Edwards Deming, respektierter Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts im Gebiet der Systemtheorie, verwies gern darauf, dass die Qualität eines Produktes nicht durch Überprüfung erreicht werden kann. Doch wie soll man die Qualität sicherstellen, wenn nicht durch Überprüfung? Wer mit Demings Prinzipien vertraut ist, weiß, dass die Qualität von Anfang an in das Produkt eingebaut werden muss.

Viele Übersetzungsanbieter, und sogar ihre Kunden, verlassen sich immer noch auf eine Überprüfung zum Sicherstellen der Qualität. Die Gründe sind simpel: Übersetzungsbüros können einfach weitere Revisionen oder Vorgänge zur Qualitätskontrolle ausführen, um eine schlechte Qualität zu verbessern. Einige Kunden sind mit einem Verfahren, das eine Überprüfung umfasst, zufrieden und fügen diesem eventuell sogar noch ihre eigene Revision hinzu. Wenn Sie sich jedoch klassischen Systemprinzipien verschreiben, wie diese von Deming und anderen gelehrt werden, wissen Sie, dass die Verbesserung durch Überprüfung kurzlebig und oft teuer ist.

Konstant qualitativ hochwertige Produkte können nur geliefert werden, wenn das Verfahren korrigiert wird, nicht das Produkt. Wenn die Verbesserung des Verfahrens also für die Produktion eines qualitativ hochwertigen Produkts wichtig ist, wie wählt man einen Übersetzungspartner, der den Schwerpunkt auf das Verfahren legt und nicht auf eine Überprüfung? Worauf sollte man achten?

Zeichen kontinuierlicher Verbesserungen
Erstens sollten Sie nach einem Übersetzungspartner suchen, der sich für kontinuierliche Verbesserungen einsetzt. Ein solches Unternehmen sollte über ein gut definiertes System zur Analyse von Mängeln, zum Feststellen von Ursachen und Ändern von Problemen im Verfahren verfügen, und zwar bis auf die höchste, dafür notwendige Ebene. Der Kunde sollte problemlos auf dieses Verfahren zugreifen können und eigentlich sogar in das Verfahren miteinbezogen werden.

Ein Zeichen, dass ein Unternehmen dieses Verfahren in die Praxis übernommen hat, ist die Zertifizierung ISO 9001. Als ein nach ISO 9001:2008 zertifiziertes Unternehmen findet MultiLing den Nachdruck, den die Zertifizierung auf die Verbesserung des Vorgangs legt, äußerst weitgreifend: Unser Qualitätsmanagement-System ist nicht nur gut dokumentiert, sondern wird auch strengstens befolgt. Im Wesentlichen erfordert die ISO 9001-Zertifizierung, dass Sie sagen, was Sie tun und tun, was Sie sagen. Das Verfahren eines Unternehmens zur Identifizierung von Fehlern in einem System und deren Richtigstellung ist von grundlegender Bedeutung in den zu dokumentierenden Verfahren.

Die ISO 9001-Zertifizierung bedeutet nicht, dass Ihr Produkt zertifiziert ist, und auch nicht, dass ein Produkt fehlerlos ist. Damit ein Unternehmen jedoch seine Zertifizierung erhalten und behalten kann, muss es eine aktive Verbesserungskultur und ein Verfahren zur Verbesserung vorweisen können.

Branchenspezifische Standards
Als Zweites sollten Sie nach einem Partner suchen, der die bewährten Methoden der Übersetzungsbranche versteht und durch die Zertifizierung implementiert hat. EN 15038 und ISO 17100 sind einander verwandt, unterscheiden sich aber vom ISO 9001-Standard: Beide haben einen wichtigen Branchenfokus.

EN 15038 und ISO 17100 versuchen nicht, die Qualität der Übersetzung zu definieren. Anbieter und Kunde sollten so eine Definition miteinander vereinbaren, und sie kann von Projekt zu Projekt unterschiedlich sein. Die Standards heben jedoch die grundlegenden Vorgänge innerhalb der Übersetzungsbranche hervor – wie die Wahl eines Übersetzers und das Terminologiemanagement –, durch die eine konsistente Qualität gewährleistet wird.

Es gibt auch zahlreiche, von Verbänden und Regierungen gesponserte Organisationen, die die Fähigkeiten einzelner Übersetzer in bestimmten Fachgebieten zertifizieren. Im Bereich geistigen Eigentums erfordern einige Patentbüros die Beglaubigung einer Übersetzung, je nach gerichtlichen Abgaberegeln. Obwohl eine Übersetzerzertifizierung nicht immer nötig ist, sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Übersetzungspartner Ihnen mitteilen kann, wann und warum bestimmte Stufen von Zertifizierungen erforderlich sind.

Durch das Kombinieren der in ISO 9001 vorhandenen Befolgung und Verbesserung von Verfahren mit Standards der bewährten Methoden der EN 15038- oder ISO 17100-Zertifizierungen können Sie effektiv Auswahlkriterien für einen Übersetzungspartner erstellen. So ein Partner hat die Fähigkeit und den Wunsch, eng mit Ihnen zusammen zu arbeiten, um nicht nur die Verfahren und die Produktqualität des Unternehmens, sondern auch die Verfahren und die Produktqualität im Kontext von Kunden-Anbieter-Beziehungen, zu verbessern. Diese Zertifizierungen sind gute Indikatoren  für die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Arbeit von Anfang an richtig auszuführen. Letztendlich ist es immer besser, von Anfang an Qualität zu liefern.